Hotelmarketing Blog

Wieder ein Plagiat? … oder wie sag ich‘s meinem Freund?

Schon seit 2 Wochen tragen wir uns mit dem Gedanken, dieses Blog-Post zu schreiben.

Sollen wir oder sollen wir nicht?
Fühlt sich jemand „auf den Schlips getreten“ oder nicht?

Ein klassischer Zwiespalt, denn zwei Herzen schlagen in unserer Brust …

Das eine Herz sagt:

Wir sind unterwegs in sozialen Netzwerken, wir denken offen, sind immer ehrlich und beurteilen niemanden voreingenommen auf Grund seiner Meinungen oder Ansichten. Wir verhalten uns immer fair, freundlich, kooperativ und konstruktiv … und wir empfehlen ausdrücklich unseren Kunden in Vorträgen, Schulungen und Coachings sich in den sozialen Netzen GENAU SO zu verhalten …

Das andere Herz hingegen sagt:

Müssen wir uns alles gefallen lassen, geht faires, freundliches, kooperatives und konstruktives Verhalten so weit, dass man für eine Ohrfeige nicht nur eine Backe, sondern auch noch die Andere hinhält und es einfach geschehen lässt?

Anlass für diese Gedanken waren Anrufe und Tweets von Freunden aus sozialen Netzwerken, die uns darauf ansprachen, ob wir mit ideas4hotels jetzt beginnen würden, eine Unternehmensgruppe oder ein Franchise-System aufzuziehen. Überrascht fragten wir: „Wie kommt ihr denn auf sowas?“.

Die Freunde informierten uns daraufhin über eine neu aufgesetzte website und einen neuen Twitter-Account, die wir uns mal ansehen sollten.
… et voilà, (der Eindruck unserer Freunde hat nicht getäuscht), wir wurden offensichtlich wieder einmal „abgekupfert“ … leider von Jemandem, der sich ausdrücklich auch als unser Freund in den sozialen Netzwerken bezeichnet.

Ihr erinnert euch sicher an unser letztes Post zum Thema Plagiat, hier konnte ja eindeutig nachgewiesen werden, dass ebenfalls ein „Freund“ unsere (und Blog-Posts Dritter) 1:1 mit copy & paste in sein eigenes Blog übernommen hatte. (Anmerkung: Der Plagiator von damals hat zwischenzeitlich alle kopierten Posts von seinem Blog heruntergenommen – und das war auch gut so!)

Nun hat es diesmal nichts mit einzelnen Posts und copy & paste zu tun, sondern vielmehr mit anderem, aber dennoch unseres Erachtens eigenem Gedankengut.

Unter eigenem Gedankengut verstehen wir …

• die Farbwahl für die Gestaltung einer Homepage. Sieht man sich unsere Webseite an, so haben wir uns auf weiß, grau sowie orange festgelegt.

ideas4hotels homepage

ideas4hotels homepage

ideas4hotels homepage

ideas4hotels homepage

• die visuelle Assoziierung eines konkreten Gegenstands mit einer konkreten Tätigkeit. Ganz bewusst haben wir für die Gestaltung unseres Twitter- und Facebook-Accounts mehrere in sich greifende Zahnräder verwendet, die veranschaulichen, was wir für unsere Hotel-Kunden tun. Nämlich, das Räderwerk im Hotel wieder zum Laufen bringen. Wir drehen an kleinen Stellschrauben und geben an dieser und jener Stelle etwas „Öl ins Getriebe“, damit es wieder leise, rund und gewinnbringend läuft.

i4h on twitter

ideas4hotels on twitter

i4h on facebook

ideas4hotels on facebook

• die Verwendung der Ziffer „4“ (als Wortspiel „4“ für „for“) im Unternehmensnamen (ideas4hotels), in der URL der website (www.ideas4hotels.com), in der Auswahl des Twitter-Namens (@ideas4hotels) sowie in der gesamten Außenkommunikation.

• die Abkürzung des Unternehmensnamens, die zu einer besseren Visualisierung, z.B. im Avatar eines Twitter-Accounts, nötig ist. Wir verwenden hier statt „ideas4hotels“ nur 3 Zeichen, kurz: „i4h“ und zu guter Letzt

• die farbliche Absetzung und die mit größerem Schriftgrad dargestellte Ziffer „4“ in unserem Unternehmenslogo. Bei uns ist die „4“, wie überall ersichtlich – sowohl im vollständigen Firmennamen, als auch im Avatar – größer und in der Farbe orange dargestellt:

i4h

Sehr wohl ist uns bewusst, dass die Verwendung der Farben weiss, grau und orange für eine Website, die Verwendung von Zahnrädern in einem Logo und auch der Einzelbestandteil unseres Unternehmensnamens, die Ziffer „4“, markenrechtlich nicht geschützt werden kann.

Finden wir aber auf der anderen Website sowie auf dem anderen Twitter-Account unseres Freundes nicht nur EINEN gedanklichen Aspekt unseres Gedankenguts, sondern gleich die gesamte Bandbreite unserer Ideen 1:1 wieder, dann könnten wir uns ja damit noch anfreunden, wenn das andere Unternehmen z.B. ein Möbelhersteller oder ein Gartenarchitekt wäre und eben nicht in „unseren Gewässern fischen“ würde.

Hier liegt es aber anders. Das befreundete Unternehmen hat einen ähnlichen Beratungs-Ansatz wie wir, beschäftigt sich ebenso mit Hotels und Hotel-Marketing, ist in den gleichen sozialen Netzen unterwegs und baut, genauso wie wir, „Fans“ und „Follower“ aus dem Bereich der Hotellerie auf, die nur allzu oft identisch sind.

Sollen wir uns jetzt darüber ärgern und mit allen Konsequenzen dagegen vorgehen?

… oder sollen wir es ausdrücklich als Kompliment auffassen, dass unsere Ideen im Design, im visuellen Zusammenspiel, in der optischen Darstellung und im Markenauftritt offensichtlich so gut sind, dass man sie am besten „abkupfert“?
Ganz nach dem Motto: „Lieber (gut) geklaut als schlecht erfunden“.

Wie denkt ihr darüber?

Sollen wir „Ross und Reiter“ nennen und diesen Umstand auch in den sozialen Netzwerken aufzeigen? Wäre das dann unsererseits noch fair, ehrlich, kooperativ und konstruktiv?

Verhält sich das befreundete Unternehmen uns gegenüber offen, ehrlich, kooperativ und fair?

Oder sind unsere Gedanken zu engstirnig, sollten wir uns über das Lob freuen und lediglich schmunzeln?

Ist euch so etwas in dieser oder anderer Form auch schon mal passiert und wie habt ihr euch verhalten?

Vielen Dank für Kommentare, Tipps und Anregungen!

Herzlichst
Michael M. Rotter & Andreas Romani

© 2010 – 2012, Michael M. Rotter. All rights reserved.

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16 Comments

  • Das mit dem „sich keiner Schuld bewusst“ hatte ich ja schon vermutet. Eines muss man aber wissen, wenn man sich im Netz bewegt: dieser fördert (fast) alles zu Tage. Die Ähnlichkeiten konnte ich auch sehen: http://www.marketing4results.de/

  • Klar ist es im Moment ärgerlich wenn dies festgestellt wird, aber was soll’s, ich betrachte dies als Bestätigung, dass Ihr Vorreiter seid. Ich rate eher, allen das Kopieren zuzulassen, mit der Bedingung, sie müssen Euch bei besagtem Text verlinken und offiziell die Quelle bekannt geben und euch eine Mitteilung senden. Ich persönlich mache zur Zeit sogar bei langjährigen Geschäftspartnern die Erfahrung, dass Inputs und Ideen meinerseits kopiert und als Eigene verkauft werden. Ich empfehle Euch die gesamte Energie in Euer Tun zu konzentrieren, denn eure Fan’s sind nicht blöd und werden es merken bereits bei der ersten Unterhaltung/Nachfassen.
    Ich wünsche Euch viel kreative Energie und weiter so
    Raoul Corciulo
    http://www.vendomat.ch

  • Euer Ärger ist wirklich mehr als nachvollziehbar. Da investiert man als Unternehmer viel Zeit, Geld und Kreativität in so ein tolles Projekt und gedankt wird es durch (Raub)Kopie… Das sollte in der Tat nicht toleriert werden. Daher zunächst ein ganz großes Lob für den Mut, den Ihr hier beweist!

    Darüberhinaus finde ich es toll, dass Ihr voll und ganz im Sinnes des Web 2.0 die Community zum (Streit)Thema befragt!

    Im Endeffekt geht es aus meiner Sicht v.a. darum, dass „Ross und Reiter“ umgehend auf ein eigenständiges Design umschwenken um weiteren Schaden abzuwenden… Sollte das innerhalb eines (zu verabredenden) Zeitfensters nicht geschehen sein, ist es nur gut und konsequent, hier die Diebe zu nennen.

    Auf diese Weise können beide Seiten ihr Gesicht wahren und wer weiß: Vielleicht entwickelt sich hier ja für Euch noch eine Geschäftsbeziehung „der beratenden Art“.

    Liebe Grüße
    Martin

  • Ist schwer einzuschätzen ohne die andere Webpräsenz zu kennen. Aber so wie es beschrieben ist, klingt es als ob da ein ganz schön frecher „Klau“ stattgefunden hat.
    Ich hoffe ihr könnt das direkt klären – manchmal ist es am Besten, die andere Seite direkt anzusprechen, denn sonst setzt sich dieses miese Gefühl endlos fort. Da gibt es sicherlich eine Lösung… ich bin gespannt!

  • Nun, wenn die Ähnlichkeit bis ins Detail mehr als offensichtlich ist, frage ich mich, warum gerade jemand aus diesem Fachbereich nicht selbst kreativ sein kann… Merkwürdig. Ich hoffe, Ihr könnt das friedlich klären und eine annehmbare Lösung für beide Seiten finden.

    LG Thomas

  • Vielen Dank für eure sehr wertvollen, informativen und hilfreichen Kommentare hier auf dem Blog, bei twitter, facebook & Co.

    Wie nicht anders zu erwarten, gingen die Meinungen weit auseinander, und spiegelten damit unser Gefühl „2 Herzen schlagen in der Brust“ wider.

    Im Nachgang betrachtet fühlen wir uns jedoch von der großen Mehrheit der Fürsprecher schon bestätigt, die richtige Entscheidung – nämlich diesen Artikel zu veröffentlichen – getroffen zu haben.

    Wie es weiterging … hier ein kurzes update:
    Das auch von euch vorgeschlagene Telefonat hat zwischenzeitlich stattgefunden, – der Freund, also „Ross und Reiter“, hat sich gestern noch telefonisch gemeldet – nachdem er selbst das Blog gelesen hatte und sich selbst erkannte.

    Sachlage und Lösungsvorschläge wurden dabei erörtert und mittlerweile haben wir auch ein sehr nettes Entschuldigungs-Schreiben erhalten. Der Freund war sich seiner Schuld nicht bewusst und hatte, so seine mündlichen und schriftlichen Worte, keinesfalls die Absicht unser CD zu kopieren.

    Beim Gespräch sicherte er aber zu, den entstandenen Eindruck eines kopierten Auftritts zukünftig zu vermeiden und schnell die entsprechenden Änderungen im eigenen CD und seinem Außenauftritt vorzunehmen. Erste kleinere Ergebnisse sind schon zu verzeichnen.

    Wir werden euch über weitere Schritte auf dem Laufenden halten.

    Nochmals vielen Dank für eure Unterstützung!

    Herzliche Grüße aus München
    Andreas + Michael

  • Hallo Ihr Zwei,

    ich würde zuerst mal mit Ihr reden. 😉

    Wenigstens wisst Ihr mit wem Ihr es zu tun habt – ich erinne mich ungern an einen Herrn Namens Tourismfuture 😉

    Hier der passende Bericht: http://www.tourismuszukunft.de/2009/06/wanted-auf-der-suche-nach-tourismfuture-mithilfe-erbeten/

    Liebe Grüße,
    Florian

  • Uns ist das auch schon passiert, dass Elemente, Teile von der Website kopiert wurden, teils sogar mit dem identischen Quelltext-Abschnitten. Da stimmten selbst Bezeichnungen der Bild-Elemente überein. Wenn es allzu offensichtlich ist, dass es ein Plagiat ist, würde ich dagegen vorgehen. Ihr habt schließlich Zeit und Geld für Euren Markenaufbau investiert. Soll sich doch der Kopierer ein eigene Idee entwickeln.

    Da hilft dann auch nicht der Spruch: Nur die Besten werden kopiert!

    Beste Grüße
    Roland Fricke

  • Altes Sprichwort: Viel Feind, viel Ehr. Ich amüsiere mich zB jedes Monat königlich, weil mein ehemaliger Arbeitgeber meinen aktuellen Firmennamen für aller Herren Länder Domains selbst registriert. Irgendwann erkläre ich dann den „Fachleuten“ aus Köln mal in Ruhe bei einer Flasche Bier, dass das aus SEO-Gründen gar nichts, aber auch so überhaupt gar nichts bringt.

    Das europäische Patentrecht ist ein ziemlich Schwieriges – bezweifle, dass du dort weiterkommst. Unlauterer Wettbewerb wäre eine weitere Variante – ebenfalls aus meiner Sicht schwierig, da eine juristisch haltbare Linie zurecht zu zimmern. Am Sinnvollsten aus meiner Sicht wäre wahrscheinlich ein klares Telefon mit den Burschen.

  • Wenn’s wirklich so eindeutig ist, dann solltet ihr dagegen vorgehen. Ein kurzer Anwaltsbrief (cease and desist, mit Hinweis auf den möglichen Strafrahmen) wäre – bei aller Freundschaft – mein Mittel der Wahl.

  • ich habe mir eine webagentur genommen, weil meine stärken nicht im erstellen von webseiten liegt. damit habe ich das gestaltungswesen jemanden übertragen, der davon mehr versteht, aber meine ideen und vorstellungen umsetzen kann.
    wenn jemand keine eigenen ideen hat, und darf er dennoch nicht ideen von anderen verwenden. wen er zudem keine mittel hat, um eine agentur zu beauftragen, so ist das immer noch keine entschuldigung.

    hart festgestellt: wer anderen die ideen nimmt, weil ihm mittel zur eigenen umsetzung fehlen, hat ein zweifaches defizit. keine ideen und scheinbar keinen finanziellen erfolg. bleibt die frage, ob ich mich da beraten lassen möchte.

    daher wäre es sehr gut, dass dieses veröffentlicht wird. aber natürlich nur dann, wenn es offensichtlich ist und ihr euch sicher seid. aber wenn es um so detaillierte dinge wie die zahnräder, die 4, die farben und anderes geht, dann ist es sicher mehr als eindeutig.

  • Wenn Verwechslungsgefahr besteht, solltet ihr schon dagegen vorgehen. Und, ja, aus meiner Sicht solltet Ihr generell offen damit umgehen. „Den Freund“ vielleicht erst einmal persönlich darauf ansprechen. Vielleicht ist er sich keiner „Schuld“ bewusst und macht die notwendigen Änderungen. Falls nicht, solltet Ihr meiner Meinung nach öffentlich verlinken Beispiele zeigen und die „Gemeinschaft“ nach ihrer Meinung fragen.
    Alexander

  • Also ich würde auf ironische Art und Weise »Ross & Reiter« nennen. Es mag ja ehrenwert sein, dass marktorientierte Wegbegleiter sich Eurer CI/CD annehmen und darüber hinaus vielleicht auch noch Eures Contents.

    Moralisch gesehen find‘ ich es persönlich aber unter aller S…

    In einem Markt wo Recht und Unrecht verschwimmen sowie Marktverdrängung herrscht und „KLAUEN“ anscheinend als ein Kavaliersdelikt angesehen wird, sollte man die „Macht“ der Community für sich nutzen und diese über den Vorgang informieren und selbst entscheiden lassen. Die Masse soll’s wissen und nach außen tragen. Nur so können wir einem falschen „Rechtsempfinden“ entgegenwirken und das „Problem Plagiate“ bekämpfen. Bin gespannt wie’s weitergeht… 😉

  • Pingback: Tweets that mention ideas4hotels blog » Blog Archive » Wieder ein Plagiat? … oder wie sag ich‘s meinem Freund? -- Topsy.com

  • Also, Orange und Grau sind definitiv noch keine Kriterien. Die habe ich auch. Auch habe ich es schon erlebt, dass ganz ungewollt große Ähnlichkeiten entstanden waren, ohne dass jemand das Vorbild kannte. Bestimmte Dinge liegen einfach in der Luft.

    Aber so wie die Sache hier beschrieben ist, scheint das ja anders gelagert zu sein. Nur: Ich persönlich würde da 1. alle Emotionen herausnehmen, auch wenn eine gewisse persönliche Betroffenheit menschlich verständlich ist (Betroffenheit und Ärger sind schlechte Berater) und das b. nicht im Social Web klären, sondern mit einem guten Anwalt.

    Ist es ein Fall für’s Gericht, würde ich es so handhaben, wenn es mir das wert wäre. Ist es keiner, dann ist es auch keiner für die „Ross-und-Reiter-Nennung“. Im letzteren Fall würde ich zumindest den direkten Dialog mit den Betreffenden suchen.

    (Das war meine persönliche Meinung; keine Rechtsberatung oder sowas.)

    Viele Grüße
    Kerstin Hoffmann

  • Das ist schwer einzuschätzen, wenn man das vermeintliche Plagiat nicht sieht. Wenn es eindeutig ist würde ich schon Schritte in Erwägung ziehen.

    lg
    Gerhard Heinrich
    alias gerysblog


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