Hotelmarketing Blog

Die “Morgenpost” im Hotel – ein paar Gedanken dazu

Zurück von einer Woche Auszeit in den Bergen. Ein Wohlfühlhotel inklusive Verwöhn-Programm gehört natürlich dazu.

Ein wichtiger Bestandteil des Verwöhn-Programms ist ein sensationelles Frühstück. Ist es doch für die meisten Hotelgäste die wichtigste Mahlzeit des Tages.

Und dazu gehört, besonders gerne in Ferienhotels, auf dem Frühstückstisch die gute alte “Morgenpost”. Sozusagen Pflichtlektüre.

In anderen Häusern heißen diese Informationsblätter auch “Morgen-News” oder “Hoteltimes”. Wobei ich mich über eine “Hoteltimes” in hochalpinen Hotelregionen mehr als amüsiere, … aber das ist eine andere Geschichte.

Allen gemeinsam ist, dass sie neben dem Tagesmenü, der aktuellen Tages-Wettervorhersage, diversen Tipps und Ideen zum Tagesablauf auch Hinweise zu Wellness- und SPA-Behandlungsangeboten oder Veranstaltungen im Hotel beinhalten.

Grundsätzlich eine nette, hilfreiche und auch verkaufsfördernde Lektüre. Zudem gibt es Gäste, auch vergangene Woche wieder mehrfach selbst beobachtet, die ihre tägliche Morgenpost mitnehmen. Als Souvenir sozusagen, zur Nachlese und zum Herzeigen für die Freunde daheim. Inhouse Marketing par excellence.

Die Morgenpost

Deshalb, liebe Gastgeber: Schaut euch bitte regelmäßig auch selbst einmal eure Morgenpost an.
Oft sind die Mitarbeiter an der Rezeption dafür verantwortlich. Sie dürfen ihrem Geschmack, ihrer Kreativität, ihrer Textsicherheit und ihrem graphischen Talent täglich freien Lauf lassen. Das klappt bei vielen Hotels gut, bei einigen Häusern erinnert so eine Morgenpost mehr an naive Bauernmalerei, als an ein professionelles Inhouse Marketing Werkzeug.

Überprüft bitte, wie viele verschiedene Schriftarten sich eingeschlichen haben. Gerne gibt es ein buntes Sammelsurium von reizvoll geschwungenen, verschnörkelten, verspielten Schriftarten in Kombination mit kursiv gesetzter Calibri oder Arial. Emoticons in Form von z.B. lachenden Schneemännern werden immer wieder gerne genommen. So etwas gehört in die Rubrik “Kindermenü”.

Mein Tipp:
Eine übersichtliche, gut gegliederte Morgenpost mit maximal 2 leicht lesbaren Schriften machen die Frühstücksnachrichten zum Spaßfaktor. Nutzt bitte auch im Text eine einfache, klare Wortwahl.
Mega Sätze und der, – nicht nur in Österreich -, so beliebte Konjunktiv sind out.

Ein “Wahnsinns-Beispiel” dafür haben wir erst kürzlich in einem Ferienhotel gelesen:
“Allen unseren Gästen, die heute abreisen werden, möchten wir eine sichere und staufreie Fahrt nach Hause wünschen und wir würden uns freuen, wenn wir Sie beim nächsten Skiurlaub wieder bei uns begrüßen dürfen könnten.”

Was für ein Satz!

Schaut auch einmal kritisch darauf, wie viele “hübsche” bunte Bildchen sich über die Morgenpost-Seiten verteilen. Besonders beliebt sind putzige Wettermotive (Regenbogen, Wolken, Sonne usw.), eher passend auf Einladungen zum Kindergeburtstag, aber sicher nicht auf Hotel-Drucksachen.

Beliebte Farben, um Überschriften hervorzuheben, neudeutsch “zu highlighten”, sind lila, pink, neongrün oder quietschblau. Am besten auf einer Seite alle zusammen.
So wird die Morgenpost künstlerisch wertvoll ;-)

Über mehrere Saisonzeiten hinweg halten sich auch Rechtschreib- und Satzzeichenfehler. Klassiker, wie “dass” oder doch “das”, “das einzigste”, eine “Anmedlung an der Rezeption” oder eine “Scheeschuhwanderung” sind extrem hartnäckig. Korrekturlesen und nochmals Korrekturlesen lautet die Devise.

Ein besonders originelles Fundstück haben wir letzte Woche selbst bei der täglichen Lektüre der Morgenpost entdeckt. Okay, ich gebe es zu – auch erst beim zweiten Mal lesen …

Die Strafende Hotel Morgenpost

Bei diesem witzigen Tippfehler mussten wir nicht nur herzhaft schmunzeln, sondern er inspirierte mich gleichzeitig dazu, diesen Artikel zu schreiben. Ehrlich gesagt, lag mir das Thema “Aufmachung, Gestaltung & Inhalt der Hotel-Morgenpost” für ein Blog-Post schon lange am Herzen.
Jetzt hat es endlich geklappt.

Viel Spaß damit und ein sonniges Wochenende
Euer Andreas Romani

PS: Ich freue mich auf euer Feedback. Ganz besonders freue ich mich, wenn ihr mir Fotos oder Scans “künstlerisch wertvoller” bzw. witziger Morgenpost-Beispiele schickt. Machen wir daraus doch einfach einmal eine “schräge” Hotel-Morgenpost-Sammlung.

Bild ®: Shutterstock Nr. 153091748 S_Photo

© 2014, Andreas Romani. All rights reserved. © ideas4hotels blog. On republishing this post you must provide name of our blog and link to our original post.

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3 Comments

  • Guten Tag Herr Romani,

    was für ein wahrer und amüsanter Blog, gratuliere.

    Lustige (und manchmal eher traurige) Beispiele stapeln sich auf meinem Schreibtisch zu hauf, ist ja immerhin mein Job. Aber es wäre wohl sehr unseriös, diese hier zu teilen, schade.

    Es ist leider nach wie vor in sehr vielen (erstklassigen) Hotels eine Schande, was da am Frühstückstisch aufliegt und dem Gast zugemutet wird.

    Was mich aber noch viel mehr verwundert ist die Tatsache, wie viele Hoteliers sehr viel Geld für Marketing, Prospekte etc. ausgeben, aber dieses wichtige Tool des Inhouse-Marketings komplett unterschätzen, ja sogar Stiefmütterlich behandeln. Ich hör sehr oft den Satz (Das macht bei uns der Lehrling) …

    Herr Romani, wir sollten uns da mal austauschen.

    Inzwischen wünsche ich Ihnen auch ein erholsames Wochenende.

    Hubert Schneeberger


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